Wie ernst nimmst du Airsoft?

Gleich vorweg – Airsoft ist ein Hobby, das Spaß machen soll. Darum geht es im Grund genommen.

In einem deutschsprachigen Forum fand ich einen Threat zu diesem Thema, der mich zum Nachdenken brachte, weil es meine eigenen Erfahrungen entspricht.
Als ich vor vielen Jahren mit Airsoft begann, waren beispielsweise Abzeichen und Leader überhaupt kein Thema – sondern nahezu überall Gang-und-Gäbe. Vielfach nutzten Airsoft-Spieler damals die Möglichkeit des Airsoft um ein klein wenig Military-Flair zu spüren, das sie im realen Leben nicht bekamen.

Davon ist das moderne, heutige Airsoft ziemlich weit weg. Das Military würden viele liebend gerne beiseite lassen, nur, dann ist die Frage, warum gehen diese Spieler nicht zu Paintball? Dort dürfen sie zudem bereits mit 16 spielen, statt wie im Airsoft erst mit 18.

In diesem Threat verstehen die Teilnehmer nicht so wirklich, warum echte Soldaten mitunter ein Problem mit Airsoft zu haben scheinen. Viele Mitspieler verzichteten auf dem Dienst beim Heer. Das ist durchaus legitim und nicht jeder will zum Militär. Sehr viele von ihnen wählten den Ersatzdienst im Zivilsektor mit Bereichen wie Rotes Kreuz oder allgemein Sanitäter. Nur, was reizt jemanden dann am militärischen Thema?

Airsoft ist nun einmal leicht militärisch angehaucht, gibt jemandem, der niemals den Dienst an der echten Waffe versah, einen Einblick, wie es sein könnte, mit der Kleidung und dem Markierer. Diese sehen mitunter ja wirklich aus wie echte Waffen.

Österreich hat generell ein „kleines“ Problem mit Militärthemen, alleine schon, wie sie mit Veteranen hierzulande umgehen ist mitunter fragwürdig. Dabei spreche ich von Veteranen, die im Jugoslawienkrieg vor etwa 20 Jahren kämpften! Vielleicht entwickelt sich Airsoft deshalb in Österreich immer mehr in Richtung Paintball.

Ich habe Airsoft anders kennengelernt. Militärische Strukturen mögen vielleicht nicht gern gesehen werden unter Spielern, die dies nie kennenlernten. Entsprechend ist es für sie schwer nachzuvollziehen, weshalb beispielsweise eine MilSim ohne derartige Strukturen kaum funktionieren wird.

Warum aber echte Soldaten und Veteranen mit Airsoft ein Problem haben können ist ganz einfach erklärt:
Weil Airsoft nicht Fisch noch Fleisch ist. Es ist ein wunderbarer Sport mit großartigen Menschen darin, aber obwohl es militärische Strukturen aufweisen kann und militärisches Outfit sowie Gerätschaften nutzt ist es eben KEIN militärischer Aspekt.

Echte Soldaten sehen Airsoft mitunter als „Herabwürdigung“ ihrer Tätigkeit und vielleicht auch, ein sich-lustig-machen über ihre eigenen, realen Erfahrungen im tatsächlichen Kriegseinsatz. Es ist nur sehr schade zu sehen, dass der durchschnittliche Airsoftspieler, der niemals den Dienst an der echten Waffe versah, sich selten darüber Gedanken macht.

Oder wie siehst du das?

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